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Revierstammtisch am Geierswalder See
Wir diskutierten gemeinsam zum Thema „Wasserwende – Was kommt nach der Braunkohle?“.
Der Strukturwandel in der Lausitz ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine wasserpolitische Schlüsselaufgabe. Der Braunkohlebergbau prägt den Wasserhaushalt bis heute. Gleichzeitig entscheidet sich jetzt, wie tragfähig die Wasserversorgung der Zukunft sein wird. Es geht um nicht weniger als die wirtschaftliche und demografische Entwicklung einer ganzen Region.
Beim gestrigen Revierstammtisch „Wasserwende – Was kommt nach der Braunkohle?“ am Geierswalder See wurde deutlich: Die Wasserfrage ist eine der zentralen Zukunftsfragen für die Lausitz. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wasserwirtschaft, darunter Staatsministerin Regina Kraushaar (SMIL), Dr. Regina Heinecke-Schmitt (SMUL), Dr. Klaus Freytag (Lausitzbeauftragter des Landes Brandenburg), Christoph Maschek (Wasserverband Lausitz) sowie Torsten Pfuhl (ewag Kamenz), diskutierten die konkreten Lösungsansätze.
Mit dem „Trinkwasserverbund Lausitzer Revier“, einer länderübergreifenden kommunalen Arbeitsgemeinschaft, befindet sich ein strategisch entscheidendes Infrastrukturprojekt in der Umsetzung. Sechs Versorgungsunternehmen aus Sachsen und Brandenburg sichern gemeinsam die Versorgung von rund 250.000 Menschen sowie zentraler Industriestandorte, beispielsweise Schwarzheide, Schwarze Pumpe, Boxberg, Kamenz und Leppersdorf. Aber auch der notwendige Zuzug von Mitarbeitern der Ansiedlungen der Wirtschaft, der Bundeswehr und der Großforschungseinrichtungen wird damit möglich. Das bestehende Fernwassersystem wird grundlegend auf die Anforderungen von Klimawandel, Strukturwandel und wirtschaftlicher Entwicklung zukunftsfähig ausgerichtet.
Die Umsetzung hat begonnen und zeigt, Strukturwandel braucht Tempo und Verlässlichkeit. Nach dem „Inneren Ring“ als zentrale Versorgungsachse wird die Leitung zwischen Johannisthal und Bernsdorf auf rund 8,4 Kilometern ertüchtigt. Die Investitionen belaufen sich hier auf über 8 Millionen Euro. Die Umsetzung ist für die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen.
Ergänzt wird dies durch den Neubau einer Druckerhöhungsstation mit Reinwasserbehälter in Lauta-Dorf. Mit einem Speichervolumen von 4.900 Kubikmetern und moderner Pumpentechnik entsteht hier ein entscheidender Baustein für die Versorgungssicherheit. Die Investitionssumme liegt bei rund 6,6 Millionen Euro, gefördert über das Investitionsgesetz Kohleregionen des Bundes.
Diese Maßnahmen sind mehr als technische Einzelprojekte. Sie schaffen die Voraussetzung für eine leistungsfähige Wasserüberleitung zwischen den Versorgungsgebieten, stärken die Versorgung für wichtige Industriestandorte wie Leppersdorf und ermöglichen künftig einen flexiblen Betrieb des Systems im Zweirichtungsbetrieb.
Eine sichere Wasserversorgung ist Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung, Neuansiedlungen und Lebensqualität in der Lausitz. Der Trinkwasserverbund ist deshalb ein zentrales Zukunftsprojekt des Strukturwandels – und ein Beispiel dafür, wie gezielte Investitionen, klare Prioritäten und eine enge Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg wirksam zusammenkommen können.
Die vollständige Umsetzung aller 51 Maßnahmen bis 2038 bleibt dabei eine gemeinsame strukturpolitische Aufgabe mit hoher Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit der gesamten Region.
Ihre Ansprechpartnerin
Frau Stephanie Helfen
Bereichsleiterin Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin