20.10.2021

Offenlegung von Leipzigs Elstermühlgraben

Bereits seit dem 12. Jahrhundert existiert der im heutigen Stadtgebiet Leipzigs fließende Elstermühlgraben. Ursprünglich für den Hochwasserschutz gebaut, bot das unscheinbare Fließgewässer über Jahrhunderte hinweg zahlreichen Mühlen Antrieb. Und bis heute spielt der Kanal eine besondere Rolle für Leipzig…

 

2005 begann die Offenlegung des Leipziger Elstermühlgrabens, der in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts zwischen Schreberstraße und Ranstädter Steinweg “vorrohrt”, d.h. unterirdisch durch Rohre geleitet, worden war. Nachdem die Bauarbeiten am Graben abschnittsweise in den letzten Jahren bereits Teilstücke wieder ans Licht gebracht haben, ist vergangene Woche mit dem Demontieren des Poniatowski-Denkmals der Startschuss für die Arbeiten am letzten Abschnitt des Projekts gefallen. Hierzu erhält die Stadt Gelder aus den vom Bund bereitgestellten Strukturmitteln im Rahmen der Bewältigung des Kohleausstiegs. Oberbürgermeister Burkhard Jung ließ es sich nicht nehmen, das Denkmal des früheren polnischen Generals Fürst Józef Antoni Poniatowsi mit einem Autokran selbst auf einen LKW zu heben und somit symbolisch den Start der letzten Projektphase einzuläuten. Bis zur Fertigstellung des Elstermühlgrabens, der spätestens für das Jahr 2025 avisiert ist, wird das Denkmal restauriert, um dann in neuem Glanz am fertiggestellten Graben seinen neuen Standort einnehmen zu können.

 

Kern des Projektes wird es sein, zwei Brücken als Folgemaßnahmen der Offenlegung des Elstermühlgrabens zur Befahrung mit muskelbetriebenen Booten auf dem Kurs 3 des touristischen Gewässerverbundes Leipzig, der bis Sachsen-Anhalt reicht, wiederherzustellen. Darüber hinaus, das betonte Jung nochmal mit Blick auf die Jahrhundertflut im Ahrtal im Juli dieses Jahres, dient die Maßnahme auch dem Hochwasserschutz und soll zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen.

 

Der Elstermühlgraben soll in Zukunft dem Tourismus der Stadt Leipzig weitere Impulse verleihen. Das Ansiedeln von Gastronomie und Hotelgewerbe ist ebenso angedacht, wie Anlaufstelle für den Bootstourismus zu werden. Das Leipziger Neuseenland wie auch die wassertouristischen Verbindungen zu Sachsen-Anhalt werden durch die dann vollständige Offenlegung des Elstermühlgrabens weiter aufgewertet.

 

Weitere Informationen zum Gesamtprojekt gibt es HIER.