22.11.2021

Review Lausitz-Konferenz: Neue Wege für die Lausitz?

Die steigenden Corona-Infektionszahlen hatten die Veranstalter der 1. Lausitz-Konferenz zum Thema „Kreislaufwirtschaft“ vergangene Woche zum Handeln gezwungen. Statt einer Präsenzveranstaltung in der Lausitzhalle Hoyerswerda konnte kurzfristig einen digitale Veranstaltung organisiert werden…

 

Eilends wurde umgeplant und umstrukturiert, sodass die Konferenz pünktlich am Montag 9 Uhr mit den Grußworten von Schirmherr Thomas Schmidt, Staatsminister für Regionalentwicklung des Freistaat Sachsen, beginnen konnte. Er untermauerte in seinen Grußworten die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für die Zukunft und im Speziellen für die Lausitz: »Die Kreislaufwirtschaft bringt große Chancen für die Lausitz, einen neuen Wirtschaftszweig zu etablieren, der ein hohes Potenzial sowohl für Wachstum als auch für daraus entstehende Arbeitsplätze hat. Die Nachfrage nach Rohstoffen steigt weltweit immer mehr. Gleichzeitig sinkt ihre Verfügbarkeit. Damit kommt dem Recycling in Zukunft eine wachsende Bedeutung zu.«

 

Erstmals trafen sich Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf Initiative von Prof. Dr. Ing. Michael Beckmann (TU Dresden), um sich dem breiten Feld der „Circular economy“ zu widmen. In Plenarvorträgen und Ausführungen zu Best Practice Beispielen erläuterten Experten wie beispielsweise Alexandra Engelt (DIN – Deutsches Institut für Normung e. V.), Dipl.-Ing. Jens Markowski (BTU Cottbus-Senftenberg) und Prof. Dr.-Ing. habil. Lothar Kroll (TU Chemnitz) die Risiken und Chancen im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Sie stellten konkrete Projekte vor, die für die Lausitz beispielhaft sein können und mit dem Wissen um eine bevorstehende Ressourcenknappheit vor allem im Energiesektor entscheidend sein werden. Denn gerade für die Lausitz, die in den kommenden Jahren den Strukturwandel weg vom Braunkohleabbau hin zu neuen zu etablierenden Wirtschaftszweigen realisieren muss, kann in dieser Entwicklung auch eine enorme Chance sein. Eine Vision, die Prof. Dr. Ing. Michael Beckmann in seiner Anspache versuchte zu visualisieren: »In Hoyerswerda steht dann das modernste Rohstoffzentrum Deutschlands. Da werden Baustoffe, seltene Erden, Metalle aus Abfällen zurückgewonnen. Nördlich von Bautzen tobt das Leben in riesigen Gewächshausplantagen. Dort werden Proteine für die Pharmaindustrie aus Pflanzen gewonnen. Die Spreewälder Banane ist genauso bekannt wie die Spreewälder Gurke und alles betreiben wir mit Solar- und Windenergie. Zwischen den Städten und Kommunen fahren autonome Shuttles. In den Dörfern gibt es Schulen und Kitas, die neu gebaut werden, weil dort jetzt ganz viele junge Mitarbeiter von Unternehmen und Wissenschaftsstandorten hinziehen und diese Region für sich entdecken.«

 

Zwischenzeitlich verfolgten weit über 200 Gäste die Beiträge, konnten über den Chat auch ihre Fragen an die Redner stellen, ehe am Nachmittag eine Podiumsdiskussion über den Status Quo des Strukturwandels der Lausitz debattierte. Vertreter aus Brandenburg und Sachsen machten deutlich, dass der Strukturwandel über Landesgrenzen hinweg gedacht und umgesetzt werden muss. Dass Lösungen gefunden werden müssen für die eine Lausitz, auch wenn zwei Bundesländer Projekte anschieben. Vertreter der Kommunen und Politik unterstrichen aber auch, dass der Austausch und die Kommunikation in den letzten Monaten stets rege geführt worden ist, um diesen Prozess im Schulterschluss positiv gestalten zu können. Und genau diesen Schulterschluss, den gemeinsamen Austausch versicherten sich alle Beteiligten auch für die kommenden Jahre und verabredeten sich bereits für 2022 zu einer 2. Diskussion rund um das Thema „Circular Economy“.

 

Fotogalerie

Torsten Ruban-Zeh (Bürgermeister Stadt Hoyerswerda)

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