Review: Revierkonferenz im Lausitzer Revier

Nachdem zum Ende des vergangenen Jahres die 1. Revierkonferenz des Mitteldeutschen Reviers in Neukieritzsch stattgefunden hatte, lud Staatsminister Thomas Schmidt in den Lausitzsaal des Bürgehauses Niesky zur 1. Revierkonferenz im Lausitzer Revier ein.

Neben einer kurzen Bilanz zum Status Quo des Strukturwandels der Region standen die Themen »Wirtschaft und Jugendbeteiligung« im Fokus des Austauschs. So betonte Thomas Schmidt in seiner Eröffnung sogleich, dass der Prozess des Strukturwandels zuletzt an Geschwindigkeit gewonnen hat:

Ich habe Vertrauen in die Region. Mittlerweile sind wir bei 145 bestätigten Projekten: 102 im Lausitzer Revier und 43 im Mitteldeutschen Revier. Damit haben wir für den Strukturwandel in der ersten Förderperiode einen erfolgversprechenden Grundstein gelegt. Wir werden alles tun, dass die Mittel der Strukturentwicklung den Regionen zugutekommen.

In den Mittelpunkt aller Aktivitäten rücke inzwischen vornehmlich die Frage nach den Arbeitskräften, die sich auch durch den demografischen Wandel der Region zunehmend zum Problem heraus kristallisiere. Dies berichteten in einzelnen Impulsvorträgen sowohl die Vertreter der Kommunen, als auch die der Wirtschaft. „Wir müssen den jungen Menschen Mut machen, hier in der Lausitz Verantwortung in den Unternehmen zu übernehmen. Dazu müssen wir zeigen, welche Chancen sich hier bieten – das wissen viele noch nicht“, erklärte Denise Waßmann, Geschäftsführerin Federnfabrik Wilhelm Hesse GmbH und erhielt hierfür breite Zustimmung der über 150 Gäste im Saal. Carsten Baumann, CCO Altech Industries Germany GmbH, betonte in seiner Key Note, welche Beweggründe entscheidend für sein Unternehmen waren, sich im Industriepark Schwarze Punkte anzusiedeln, aber welche Hürden noch genommen werden müssen. Unter anderem ende die Integration neuer Fachkräfte auch aus dem Ausland eben nicht im Unternehmen, sondern müsse auch über den Bereich des Arbeitsplatzes hinaus gehen, eine Willkommenskultur in der Region implementiert. Hier hakte sogleich auch der Staatsminister wieder ein: „Wir müssen endlich über das Positive reden. Ja, es gibt Probleme, aber die Lausitz ist eine tolle, innovative Region und hier können die Menschen super arbeiten und leben. Das müssen wir endlich nach draußen tragen.“

 

Welche Aktivitäten und herausragenden Vorhaben im Rahmen des Strukturwandels bereits in der Umsetzung sind oder sich in der Entwicklung befinden, erläuterte Jörg Mühlberg als Geschäftsführer der SAS und untermauerte dies mit einigen Kernzahlen: „Der Strukturwandel wird sukzessive greifbar, aber natürlich sind Fachkräfte ein rares Gut. Umso wichtiger ist es, den Strukturwandel anhand strategischer Entwicklungsschwerpunkte wie beispielsweise Gesundheit und Daseinsfürsorge weiter zu treiben, Netzwerke zu knüpfen und über diese Schwerpunktthemen miteinander in den Austausch zu gehen. Dann wird der Strukturwandel eine Erfolgsgeschichte werden.“ So rückte im weiteren Verlauf der Konferenz auch die nachwachsende Generation mit ihren Perspektiven in den Fokus der Diskussionen.

 

„Heimat ist ein entscheidender Faktor für die jungen Menschen, sie sorgt für Bindung“, untermauerte Landrat Stephan Meyer in einer zweiten Diskussionsrunde seine Vorredner und Staatsminister Thomas Schmidt beendet nach zwei intensiven Stunden die Veranstaltung nochmal mit einem großen Kompliment an die Lausitz: „Wir wollen nichts von oben herab verordnen, sondern die Menschen sollen sich aktiv beteiligen an dem Prozess, dann wird er auch gelingen. Ich habe das Vertrauen in alle hier vor Ort und wir werden gemeinsam etwas auf den Weg bringen und gestalten.“

 

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung zur Revierkonferenz in Niesky.

Fotogalerie zur Revierkonferenz in Niesky